Osteopathie

Die Wissenschaft der Osteopathie stammt von dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917). Still wurde als Sohn eines Landarztes und Methodistenpredigers 1828 in Lee County, Virginia, USA geboren. Seine medizinische Ausbildung erfolgte ganz im Stile der damaligen Zeit durch die Beobachtung anderer Ärzte, durch Selbststudium und Kurse an der medizinischen Universität in Kansas City. Die Jahre als Stabsarzt im amerikanischen Bürgerkrieg 1861-1865, in dem er vornehmlich chirurgisch tätig war, prägten ihn angesichts der eher hilflosen medizinischen Konzepte ganz besonders. Nach einem lange Jahre dauernden Prozess der intellektuellen („ich habe gelesen was zu lesen ist“), wissenschaftlichen (umfangreiche anatomische Studien an Leichen) und pragmatischen Suche arbeitete er seine neue, mit den Händen ausgeführte Therapie aus, die er 1874 „Osteopathie“ nannte.

Dieses zusammengesetzte Wort aus dem altgriechischen osteon ≙ Knochen und pathos ≙ Leiden bedeutet inhaltsmäßig Dr. Still zufolge, dass Funktionsfehlstellungen von Knochen und von Gelenken Weichteilstrukturen, Bindegewebe, Faszien, Nerven, Muskulatur und Gefäße komprimieren und deren natürliche Regulation und Funktionalität behindern und beeinträchtigen. Auch die alleinige Funktionsstörung von Weichteilstrukturen und Geweben ohne knöcherne Beteiligung ist ein wesentlicher Inhalt der Osteopathie nach Dr. Still. Seine hervorragenden anatomischen Kenntnisse ermöglichten es ihm, sich durch Körperschichten hindurch in bestimmte Gewebestrukturen hineinzuversetzen und über die sehr feine Tastfähigkeit seiner Hände Funktionsstörungen aufzuspüren, zu lösen und die körperliche Regulationsfähigkeit wiederherzustellen.

Still gründete im Jahre 1892 in seinem Wohnort Kirksville, Missouri die „American School of Osteopathy“. Die USA haben heute ein zweigeteiltes universitäres Medizinstudium, das nahezu inhaltsgleich ist. Den „Medical Doctors“ (MDs) stehen die „Doctors of Osteopathy“ (DOs) gegenüber. Das DO-Studium beinhaltet zusätzlich zu den schulmedizinischen Anteilen (wie bei den MDs) die osteopathischen Untersuchungs- und Behandlungstechniken. In den USA existieren heute 32 Osteopathische Medizinische Hochschulen mit über 20000 Studenten. Es praktizieren mehr als 75000 Osteopathische Ärzte. Es gibt eine Reihe Osteopathischer Krankenhäuser, deren Spezifikum eine Osteopathische Abteilung ist. Auch auf Intensivstationen wird Osteopathie unterstützend durchgeführt.

Das heute herrschende Selbstverständnis der Osteopathischen Medizin beruht auf der Annahme übergeordneter Prinzipien der Selbstregulation, der wechselseitigen Beziehung von Struktur und Funktion, die wiederum als Basis die ungestörte Beweglichkeit aller Gewebe einschließlich der Flüssigkeitsströme zur Voraussetzung hat.

Osteopathie versteht sich als ganzheitliche Therapiemethode, in der Menschen jeden Alters (Säuglinge, Kinder, Erwachsene) in ihrer Gesamtsituation erfasst werden. Das Diagnose- und Therapiesystem der Osteopathie dreht sich um die Erfassung und Beschreibung von Funktionsstörungen, die ausgeprochen subtil ausfallen können. Diagnose und Therapie sind zeitintensiv. In der Osteopathie werden somit Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungsapparates, der Muskulatur, der Wirbelsäule, des Stützgewebes (Bindegewebe und Faszien), des Schädels und Kopfes (Cranio-Sacrale-Therapie) und der inneren Organe (Viszerale Osteopathie) mit den Händen untersucht, behandelt und ausgeglichen. Die Osteopathischen Techniken beruhen auf naturwissenschaftlichen Grundlagen (Anatomie, Biomechanik, Steuerungsvorgänge des Gehirns und des Nervengewebes, Dynamik des Flusses von Blut, Gewebeflüssigkeit und Lymphflüssigkeit).

Eine zentrale Bedeutung in der Osteopathie hat dabei die Verknüpfung aller Körperfunktionen und Strukturen im Sinne eines Netzwerkes und von Funktionsketten.

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